WACKER optimiert seinen weltweiten Produtionsverbund

  • Konzentration einzelner Waferdurchmesser auf Leitstandorte und Strukturverbesserungen bei WACKER SILICONES

  • Wertminderung von rund 120 Mio. € bei Siltronic, Wegfall von knapp 800 Stellen bei Siltronic und WACKER SILICONES bis Ende 2010 erwartet

  • Gewinnabführungsvertrag zwischen Siltronic und WACKER reduziert Steuerquote

  • Personalvorstand Sittenthaler: „Ich sehe gute Chancen, den beabsichtigten Stellenabbau ohne betriebsbedingte Kündigungen umzusetzen“

  • Geschäftsverlauf: EBITDA im 2. Quartal 2009 besser als im Q1

Die Wacker Chemie AG will den Produktionsverbund ihrer Halbleitertochter Siltronic mit einer neuen Standort-Strategie flexibler gestalten und weiter optimieren. Zu diesem Zweck soll künftig die Herstellung von Siliciumwafern nach einzelnen Durchmessern an Leitstandorten konzentriert werden. Dies haben die zuständigen Gremien des WACKER-Konzerns heute beschlossen.

Gegenwärtig produziert Siltronic Siliciumwafer des gleichen Durchmessers an mehreren Standorten weltweit. Die beabsichtigte Konzentration der einzelnen Durchmesser auf Leitstandorte dient dazu, die Anlagenauslastung künftig zu steigern, so die Kostenstrukturen von Siltronic zu verbessern und das Know-how für die Produktion der einzelnen Durchmesser standortbezogen zu bündeln. So wird unter anderem die Fertigung von 150-mm Wafern am Standort Freiberg eingestellt und das entsprechende Produktionsvolumen an den Standort Burghausen transferiert. Im Segment der 300-mm Wafer wiederum soll der Standort Burghausen künftig schwerpunktmäßig Aufgaben im Bereich Forschung und Entwicklung wahrnehmen, die Produktion wird an den Standorten Freiberg und Singapur gebündelt. Singapur wird auch der Leitstandort für 200-mm Wafer sein. Im Zusammenhang mit der neuen Standort-Strategie und mit Blick auf die voraussichtliche Entwicklung des Halbleitermarktes nimmt WACKER eine ergebniswirksame Wertminderung im Anlagevermögen von rund 120 Mio. € vor, die im Abschluss des 1. Halbjahres 2009 entsprechend berücksichtigt wird.

Neben den Anpassungen bei Siltronic führt WACKER auch im Geschäftsbereich WACKER SILICONES Strukturverbesserungen durch, die darauf abzielen, die Kosten zu reduzieren, die Flexibilität zu erhöhen und die Anlagenauslastung zu steigern. Insgesamt werden bei Siltronic und WACKER SILICONES im Zuge dieser Maßnahmen gegenüber dem 31. März 2009 bis Ende 2010 voraussichtlich knapp 800 Stellen wegfallen. Für 450 der hiervon betroffenen Mitarbeiter ist bereits eine Lösung gefunden. Für den Abbau der übrigen Stellen bildet WACKER im 2. Quartal 2009 Rückstellungen in Höhe von rund 15 Mio. €. Bei Siltronic sind seit Mitte 2008 bereits rund 550 Stellen weggefallen, unter anderem durch den Abbau von Leiharbeitnehmern.

„Unser Ziel ist es, den beabsichtigten Stellenabbau möglichst ohne betriebsbedingte Kündigungen umzusetzen – und ich sehe gute Chancen dafür, dass uns dies auch gelingt“, sagte WACKER-Personalvorstand Dr. Wilhelm Sittenthaler. „Speziell durch den Ausbau unseres Polysilicium-Geschäfts haben wir in den kommenden zwei Jahren im Konzern weiteren Personalbedarf. Hier werden wir selbstverständlich unsere bestehende Belegschaft vorrangig berücksichtigen“, betonte Sittenthaler. Er sei deshalb zuversichtlich, dass der erforderliche Stellenabbau im Halbleiter- und Silicongeschäft sozialverträglich durch natürliche Fluktuation, Altersteilzeit und Abfindungsverträge bewerkstelligt werden könne.

Darüber hinaus wird zwischen der Siltronic AG und der Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH, einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Wacker Chemie AG, ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag geschlossen. Da zwischen der Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH und der Wacker Chemie AG bereits ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag besteht, können nun bei Siltronic entstehende Gewinne und Verluste mit dem bei der Wacker Chemie AG anfallenden Ergebnis verrechnet werden. WACKER erwartet aus diesem Vertrag im Geschäftsjahr 2009 einen positiven Effekt im Nachsteuerergebnis im höheren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Der Konzern sieht die beschlossenen Maßnahmen als einen wichtigen Schritt, um den Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf das Unternehmen zu begegnen und die Wettbewerbsfähigkeit von WACKER weiter abzusichern. „Das Geschäft des WACKER-Konzerns im 2. Quartal 2009 entsprach unseren Erwartungen“, sagte Finanzvorstand Dr. Joachim Rauhut. „Im Vergleich zum 1. Quartal hat sich der Absatz belebt, allerdings ist der Preisdruck in allen Segmenten gewachsen. Das Konzern-EBITDA wird im 2. Quartal besser ausfallen als in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2009. Im Halbleitergeschäft erwarten wir für das 2. Quartal erneut einen operativen Verlust, der aber etwas geringer ausfallen dürfte als im 1. Quartal. Die Ergebnissituation im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON bleibt weiterhin attraktiv.“

Die Wacker Chemie AG wird ihren Bericht zum 2. Quartal 2009 am 30. Juli 2009 veröffentlichen.


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