Siltronic verzeichnete im ersten Quartal 2016 einen leicht besseren Umsatz als erwartet

  • Umsatz mit 220,6 Millionen Euro 2,5 Prozent höher als im vierten Quartal 2015 (215,3 Millionen Euro), jedoch unter dem besonders starken ersten Quartal 2015 (238,7 Millionen Euro)

  • EBITDA mit 23,6 Millionen Euro (Q4/2015: 23,2 Millionen Euro) erwartungsgemäß noch durch Wechselkurseffekte aus Währungssicherungen belastet

  • Umsatzerwartung für das Gesamtjahr 2016 liegt im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich unter Vorjahr

Die Siltronic AG, der weltweit drittgrößte Hersteller für Wafer aus Reinst¬silizium, ist in einem herausfordernden Marktumfeld solide in das Jahr 2016 gestartet.

„Die Umsatzentwicklung im ersten Quartal 2016 war leicht besser, als wir dies zu Beginn des Jahres erwartet hatten. Derzeit sehen wir für das zweite Quartal dagegen keine Wachstumsimpulse. Wir gehen davon aus, dass das erste Halbjahr insgesamt unseren Erwartungen entspricht.“, sagte Dr. Christoph von Plotho, CEO der Siltronic AG.

Der Umsatz in den ersten drei Monaten 2016 lag bei 220,6 Millionen Euro und fiel damit leicht besser als erwartet aus. Die Umsatzsteigerung zum vierten Quartal 2015 lag bei 2,5 Prozent. Im Vergleich zu dem sehr starken ersten Quartal 2015 (238,7 Millionen Euro) ist der Umsatz dagegen um 7,6 Prozent gefallen. In 2015 hatte Siltronic im ersten Halbjahr 2015 einen besonders starken Geschäftsverlauf verzeichnet. Dieser schwächte sich im zweiten Halbjahr aufgrund einer nachlassenden Nachfrage nach Siliziumwafern und Bestandskorrekturen bei den Kunden ab. Die verringerte Nachfrage und eine ungünstige Verschiebung im Produktmix führten bereits 2015 zu niedrigeren durchschnittlichen Verkaufspreisen. Diese negativen Preiseffekte wirkten sich in das Jahr 2016 hinein aus. Eine leichte Steigerung des US-Dollar gegenüber dem Euro hatte dagegen leicht positive Auswirkungen auf den Umsatz im ersten Quartal.

Die Herstellungskosten lagen im Zeitraum Januar bis März 2016 bei 186,9 Millionen Euro und sind im Vergleich zur verkauften Menge an Siliziumwafern überproportional zurückgegangen.

Der Rückgang der durchschnittlichen Verkaufspreise spiegelte sich im Bruttoergebnis wider, das bei 33,7 Millionen Euro und damit über dem vierten Quartal 2015 (31,6 Millionen Euro), jedoch unter dem Vergleichsquartal 2015 (Q1/2015: 39,6 Millionen Euro) lag. Die Bruttomarge lag nach 16,6 Prozent im ersten Quartal 2015 bei 14,7 Prozent im vierten Quartal 2015 und 15,3 Prozent im aktuellen Berichtsquartal.

Die sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen sind auch 2016 wieder von Wechselkurseffekten, insbesondere den Maßnahmen zur Währungssicherung, geprägt. Erwartungsgemäß kam es bereits im ersten Quartal 2016 per Saldo zu einem Aufwand von 9,7 Millionen Euro verglichen mit einem Aufwand von 10,5 Millionen Euro im vierten Quartal 2015 und von 2,1 Millionen Euro im ersten Quartal 2015.

Das rückläufige Bruttoergebnis sowie die Wechselkurseffekte beeinflussen das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sowie das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA).

Das EBITDA lag bei 23,6 Millionen Euro und damit auf dem Niveau des vierten Quartals 2015 (23,2 Mio. Euro). Im ersten Quartal 2015 hatte das EBITDA bei 40,1 Mio. Euro gelegen. Die EBITDA-Marge erreichte 10,7 Prozent und lag damit auf Höhe des vierten Quartals 2015.

Ohne die Effekte aus der Währungssicherung hätte das EBITDA im ersten Quartal 2016 33,3 Millionen Euro und die EBITDA-Marge 15,1 Prozent betragen.

Das EBIT lag im ersten Quartal 2016 bei -5,6 Millionen Euro und damit 13,9 Millionen Euro unter dem Wert des ersten Quartals 2015. Im Vergleich zum vierten Quartal 2015 (-6,1 Millionen Euro) hat sich das EBIT jedoch um 8,2 Prozent verbessert.

Das gesunkene EBIT wirkte sich auch auf den ROCE (Return on Capital Employed) aus, der im ersten Quartal 2016 bei -3,0 Prozent lag. Im vierten Quartal 2015 hatte der ROCE -3,3 Prozent und im ersten Quartal 2015 +4,2 Prozent betragen.

Das Finanzergebnis wurde im ersten Quartal 2016 vor allem durch Zinseffekte für Fremdwährungssicherungen belastet und lag bei -3,8 Millionen Euro (Q1/2015: -2,1 Millionen Euro). Des Weiteren wirkte sich gegenüber dem ersten Quartal 2015 die Aufzinsung der Pensionsrückstellungen aus. Im vierten Quartal 2015 hatte das Finanzergebnis bei -3,8 Millionen Euro gelegen.

Die Ertragssteuern lagen im ersten Quartal 2016 bei 2,1 Millionen Euro und damit deutlich unter dem Vergleichsquartal des Vorjahres mit 4,3 Millionen Euro.

Das Periodenergebnis lag im ersten Quartal 2016 bei -11,5 Millionen Euro verglichen mit -8,8 Millionen Euro im vierten Quartal 2015 und +1,9 Millionen Euro im ersten Quartal 2015.

Das Ergebnis je Aktiebeläuft sich auf -0,34 Euro.

Niedrigere Diskontierungssätze bei Pensionsrückstellungen beeinflussten das Eigenkapital des Unternehmens im ersten Quartal, das bei 418,2 Millionen Euro lag.

Dies entspricht einer Eigenkapitalquote von 40,6 Prozent verglichen mit 47,8 Prozent zum 31. Dezember 2015.

Im ersten Quartal 2016 hat Siltronic 20,4 Millionen Euro in Sachanlagen und immaterielles Anlagevermögen investiert. Die Investitionen dienen dazu, die kontinuierlich anspruchsvolleren Spezifikationen der Kunden begleiten zu können und die Produktionseffizienz zu steigern. Zu den Projekten, die bereits 2015 begonnen wurden, gehören unter anderem der Austausch veralteter gegen hochmoderne Kristallziehanlagen und die weitere Automatisierung der Produktion.

Die langfristigen Schulden haben sich im ersten Quartal auf 473,9 Millionen Euro erhöht (31. Dezember 2015: 396,0 Millionen Euro). Hauptgrund hierfür war der zinsbedingte Anstieg der Pensionsrückstellungen, da sowohl in Deutschland wie auch den USA die Zinssätze gesunken sind.

Der Free Cashflow lag im ersten Quartal 2016 bei -6,7 Millionen Euro. Im vierten Quartal 2015 hatte er bei -10,5 Millionen Euro und im ersten Quartal 2015 bei 39,6 Millionen Euro gelegen. Der Free Cashflow 2016 ist auf Auszahlungen für die Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 33,5 Millionen Euro zurückzuführen, die damit wesentlich höher lagen als im ersten Quartal 2015 mit 8,1 Millionen Euro. Im vierten Quartal 2015 hatten die Auszahlungen bei 18,5 Millionen Euro gelegen.

Aufgrund des negativen Free Cashflows hat sich Nettofinanzvermögen von 155,9 Millionen Euro zum 31. Dezember 2015 auf 149,2 Millionen Euro zum 31. März 2016 verringert.

Präzisierung der Umsatzerwartung für 2016
Aufgrund der Veröffentlichungen der Marktforschungsinstitute aus der Halbleiterindustrie sowie von Kundenaussagen zum weiteren Geschäftsverlauf 2016 erwartet Siltronic aktuell einen Waferabsatz auf dem Niveau des Vorjahres. In der Prognose vom März hatte das Unternehmen noch ein Mengenwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich erwartet.

Bereits im vierten Quartal 2015 sind die Preise für einige Produktlinien mit niedrigen Produktionsauslastungen unter Druck geraten. Dieser Trend zeigte sich auch im ersten Quartal 2016.

Das Unternehmen hat im ersten Quartal 2016 einen Umsatz leicht über den eigenen Erwartungen verzeichnet und sieht aktuell keine Belebung der Nachfrage im zweiten Quartal 2016. Siltronic geht jedoch davon aus, dass das erste Halbjahr 2016 insgesamt im Rahmen der Erwartungen liegen wird.

Unter den aktuellen Annahmen zur Absatzmenge und den durchschnittlichen Verkaufspreisen präzisiert das Unternehmen seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2016 und geht davon aus, dass der Umsatz voraussichtlich im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich unter dem Vorjahresniveau 2015 liegen wird.

Das Unternehmen geht weiterhin davon aus, dass sich die EBITDA-Marge für das Gesamtjahr 2016 im Vergleich zu 2015 leicht verbessern wird.

„Wir erwarten, dass das Marktumfeld und die Wettbewerbssituation auch 2016 herausfordernd bleiben. Siltronic ist sehr gut aufgestellt. Mit unseren Investitionen in die Erneuerung von Kristallziehanlagen und die weitere Automatisierung sorgen wir dafür, dass wir auch künftig wettbewerbsfähig sind. Wir verfügen über eine sehr solide finanzielle Basis. Die kontinuierlichen Maßnahmen zur Senkung unserer Kosten und Steigerung unserer Produktivität tragen zu einer steigenden Profitabilität bei.“, sagte von Plotho weiter.


Siltronic AG – Überblick über Kennzahlen

  Q1 2016 Q4 2015 Q1 2015
Umsatz 220,6 215,3 238,7
EBITDA 23,6 23,2 40,1
EBITDA Marge 10,7% 10,8% 16,8%
EBIT -5,6 -6,1 8,3
EBIT Marge -2,5% -2,8% 3,5%
Finanzergebnis -3,8 -3,8 -2,1
Periodenergebnis -11,5 -8,8 1,9
Ergebnis je Aktie -0,34 -0,25 0,13
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 20,4 34,4 4,3
Free Cashflow -6,7 -10,5 39,6
Eigenkapital 418,2 497,3 197,5
Eigenkapitalquote 40,6% 47,8% 17,9%
Nettovermögen 149,2 155,9 16,1
Bilanzsumme 1.030,7 1.040,8 1.103,5
Mitarbeiter 3.882 3.894 4.101

 

Telefonkonferenz für Analysten und Investoren

Der Vorstand der Siltronic AG wird am 28. April 2016 um 15.00 Uhr (MESZ) eine Telefonkonferenz mit Analysten und Investoren (nur in englischer Sprache) durchführen. Diese wird über das Internet übertragen. Der Audio-Webcast wird live und als on-demand Version auf der Webseite von Siltronic verfügbar sein.

Die aktuelle Investorenpräsentation (nur in englischer Sprache), die Quartalsmitteilung, die Pressemitteilung sowie eine Excel-Datei mit den wichtigsten Kennzahlen sind ebenfalls auf der Siltronic-Webseite veröffentlicht.

 

Weitere Termine

12. Mai 2016 Ordentliche Hauptversammlung
28.Juli 2016 Zwischenbericht zum 2. Quartal 2016
27.Oktober 2016 Quartalsmitteilung zum 3. Quartal 2016


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