Siltronic trifft in einem schwierigen Marktumfeld die Umsatz- und Margenerwartungen

  • Nachfrageschwäche nach Wafern belastet Umsatz im Vergleich zum Rekordjahr 2018

  • EBITDA in ersten neun Monaten bei EUR 318,7 Millionen (EBITDA-Marge 33 Prozent)

  • EBITDA im dritten Quartal bei EUR 91,5 Millionen (EBITDA-Marge 30,5 Prozent)

  • EBIT durch höhere Energiekosten und erhöhte Abschreibungen belastet

  • Investitionen laufen planmäßig

  • Netto-Cashflow von EUR 72,4 Millionen in den ersten neun Monaten generiert

  • Prognose für 2019 bestätigt

Die Siltronic AG (MDAX/TecDAX: WAF) trifft im dritten Quartal die Umsatz- und Margenerwartungen, wobei das dritte Quartal wie erwartet schwächer als das zweite Quartal 2019 war. Insgesamt entsprach die Geschäftsentwicklung der ersten neun Monate dem Ausblick.

„Die Fertigwarenbestände in der Wertschöpfungskette sind nach wie vor hoch. Wir sehen hier kurzfristig keine nennenswerte Besserung und damit auch keine nennenswerten Wachstumsimpulse. Die anhaltenden konjunkturellen und geopolitischen Turbulenzen führen zudem zu einer stark eingeschränkten kurz- bis mittelfristigen Vorhersehbarkeit der Märkte“, so Dr. Christoph von Plotho, CEO der Siltronic AG.

Umsatzrückgang vor allem durch geringere abgesetzte Waferfläche bedingt

Vor allem aufgrund der geringeren abgesetzten Waferfläche in den ersten drei Quartalen 2019 ist der Umsatz um 9,6 Prozent beziehungsweise EUR 102,5 Millionen auf EUR 966,0 Millionen gesunken (Q1-Q3 2018: EUR 1.068,5 Millionen). Betroffen von dem Nachfragerückgang waren alle Wafer-Größen. Der Rückgang bei 300 mm fiel dabei moderater als bei 200 mm aus. Die kleinen Durchmesser waren am stärksten betroffen.

Die anhaltende Stärke des US-Dollars, in dem Siltronic den größten Teil der Umsätze erzielt, wirkte sich dagegen positiv auf das Geschäft aus. Der Euro war in den ersten neun Monaten 2019 gegenüber dem US-Dollar mit durchschnittlich 1,12 rund 6 Prozent schwächer als in den ersten neun Monaten des Vorjahres (1,19). Dies führte gegenüber den ersten drei Quartalen des Vorjahrs zu einem höheren Durchschnittserlös. Der positive Wechselkurseffekt des US-Dollars konnte den Effekt aus der rückläufigen Waferfläche aber nur teilweise kompensieren.

Im dritten Quartal 2019 wurde mit EUR 299,8 Millionen im Vergleich zum zweiten Quartal 2019 EUR 12,0 Millionen weniger Umsatz realisiert. Zusätzlich zur verhaltenen Nachfrage kam es zu einem minimalen Preisrückgang, der sich vor allem auf die kleinen Waferdurchmesser und teilweise auf 200 mm ausgewirkt hat. Der Euro hat sich gegenüber dem US-Dollar mit 1,11 im Vergleich zum zweiten Quartal mit 1,12 leicht schwächer entwickelt.

Höhere Energiekosten und Abschreibungen belasten Herstellungskosten

Der Rückgang der produzierten Waferfläche führte zu reduzierten Herstellungskosten von EUR 605,4 Millionen (Q1-Q3 2018: EUR 616,7 Millionen). Dabei sind Abschreibungen und Energiekosten merklich gestiegen.

Im Vergleich zum zweiten Quartal sind die Herstellungskosten im dritten Quartal 2019 aufgrund erhöhter Abschreibungen nur unterproportional um 1,7 Prozent gefallen, obwohl die Umsatzerlöse um 3,8 Prozent zurückgegangen sind.

Das Bruttoergebnis lag in den ersten drei Quartalen 2019 mit EUR 360,6 Millionen 20,2 Prozent unter dem Wert des Vorjahres (Q1-Q3 2018: EUR 451,8 Millionen). Die Bruttomarge ist von 42,3 Prozent auf 37,3 Prozent gesunken.

Im Vergleich zum zweiten Quartal ist das Bruttoergebnis um EUR 8,7 Millionen auf EUR 103,7 Millionen gesunken.

Aufwendungen für Vertrieb, F&E und Verwaltung leicht gestiegen

Die Kosten für Vertrieb, Forschung und Entwicklung (F&E) sowie Verwaltung lagen in den ersten drei Quartalen 2019 bei EUR 97,8 Millionen. Dies entspricht 10,1 Prozent vom Umsatz. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ergab sich eine leichte Erhöhung um EUR 1,6 Millionen.

Effekte aus Währungssicherungen belasten die ersten drei Quartale 2019

Die Entwicklung des US-Dollars sowie des japanischen Yens wirkte sich für Siltronic in den ersten drei Quartalen 2019 positiv auf die Umsatzerlöse sowie die Bruttomarge aus. Um künftige nachteilige Wechselkursentwicklungen abzuschwächen, führt Siltronic Maßnahmen zur Währungssicherung durch. Diese Währungssicherungen wirken sich gegenläufig zur Entwicklung der Umsatzerlöse und der Bruttomarge im Saldo aus sonstigen betrieblichen Erträgen (SbE) und sonstigen betrieblichen Aufwendungen (SbA) aus.

In den ersten drei Quartalen 2019 ergab sich per Saldo ein Aufwand aus Wechselkurseffekten von EUR 22,8 Millionen, wobei der Aufwand im dritten Quartal 2019 mit EUR 7,7 Millionen in etwa auf dem Niveau des zweiten Quartals 2019 mit EUR 6,9 Millionen lag.

Schwächere Nachfrage reduziert EBITDA und EBITDA-Marge

Aufgrund der rückläufigen abgesetzten Waferfläche und höherer Energiekosten wurde in den ersten drei Quartalen 2019 ein im Vergleich zum Vorjahr niedrigeres EBITDA von EUR 318,7 Millionen erzielt (Q1-Q3 2018: EUR 428,6 Millionen). Die EBITDA-Marge ist von 40,1 Prozent auf 33,0 Prozent zurückgegangen.

Das EBIT sank von EUR 358,8 Millionen in den ersten drei Quartalen 2018 auf EUR 241,6 Millionen in den ersten drei Quartalen 2019, die EBIT-Marge von 33,6 Prozent auf 25,0 Prozent. Neben dem schwachen Start in das Geschäftsjahr 2019 und den gestiegenen Energiekosten haben erhöhte Abschreibungen dazu beigetragen.

Der Rückgang der EBITDA-Marge vom zweiten Quartal auf das dritte Quartal 2019 konnte durch geringere Herstellungskosten abgemildert werden.

Gewinn von EUR 216 Millionen in den ersten drei Quartalen 2019

Der Grund für den niedrigen Steueraufwand im zweiten und dritten Quartal 2019 ist in erster Linie, dass Gewinne zunehmend bei Gesellschaften anfallen, deren effektive Steuersätze niedriger als in Deutschland sind.

In den ersten drei Quartalen 2019 wurde ein Periodengewinn von EUR 215,6 Millionen erzielt. Gegenüber der Vorjahresperiode (Q1-Q3 2018: EUR 294,6 Millionen) entspricht dies einem Rückgang um 26,8 Prozent.

Das Ergebnis je Aktie lag im dritten Quartal 2019 bei EUR 1,65 im Vergleich zu EUR 1,98 im zweiten Quartal 2019 und EUR 2,68 im ersten Quartal 2019.

Langfristige Vermögenswerte steigen aufgrund von Investitionen in Sachanlagen

Die im Vergleich zum 31. Dezember 2018 gestiegenen Sachanlagen resultieren überwiegend aus höheren Zugängen im Vergleich zu den planmäßigen Abschreibungen. Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte addierten sich in den ersten drei Quartalen auf EUR 266,5 Millionen.

Die neuen Bilanzierungsregelungen zu Leasing (IFRS 16) haben die sonstigen langfristigen Vermögenswerte um EUR 45,3 Millionen erhöht. Siltronic wendet den neuen Standard zur Bilanzierung von Leasingverhältnissen seit dem 1. Januar 2019 an. Hiernach aktiviert ein
Leasingnehmer sein Recht zur Nutzung von geleasten Vermögenswerten und passiviert die Verpflichtungen, die aus Leasingzahlungen resultieren.

Die langfristigen Vermögenswerte machen zum 30. September 2019  54,1 Prozent der Bilanzsumme aus (31. Dezember 2018: 42,0 Prozent).

Kurzfristige Vermögenswerte vor allem durch Dividendenzahlung gesunken

Die liquiden Mittel und Geldanlagen (kurzfristig und langfristig) sind in den ersten neun Monaten des Jahres trotz Dividende in Höhe von EUR 150,0 Millionen, Auszahlungen für Investitionen in Höhe von EUR 260,7 Millionen und Rückführung von Kundenanzahlungen in Höhe von EUR 48,5 Millionen aufgrund des positiven Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit um nur EUR 112,5 Millionen gesunken.

Eigenkapitalquote von 42,4 Prozent

Das Sinken des Eigenkapitals um EUR 106,7 Millionen ergibt sich im Wesentlichen aus dem Periodengewinn der ersten drei Quartale von EUR 215,6 Millionen abzüglich der Dividendenzahlung von EUR 150,0 Millionen und der zinsbedingten Änderung von Pensionsverpflichtungen von EUR 202,1 Millionen.

Die langfristigen Schulden zum 30. September 2019 machen 44,1 Prozent der Bilanzsumme aus.

Der Einfluss von Zinssätzen bei der Bewertung der Pensionsrückstellungen war wesentlich. Zum 30. September 2019 wurden die Pensionsrückstellungen in Deutschland mit 0,97 Prozent abgezinst (31. Dezember 2018: 1,98 Prozent). In den USA ist der Zinssatz von 4,08 Prozent auf 2,99 Prozent zurückgegangen.

Netto-Cashflow von EUR 72 Millionen trotz hoher Investitionen

Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte beliefen sich in den ersten drei Quartalen 2019 auf EUR 266,5 Millionen und betreffen hauptsächlich Kapazitätserweiterungen, die neue Ziehhalle in Singapur und die weitere Automatisierung der Produktion. Die Auszahlungen für Sachanlagen und immaterielles Anlagevermögen lagen bei EUR 260,7 Millionen.

Im Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit sind Rückführungen von Kundenanzahlungen in Höhe von EUR 48,5 Millionen enthalten. Neue Kundenanzahlungen sind in den ersten drei Quartalen 2019 nicht zugeflossen.

Im dritten Quartal 2019 ergab sich ein leicht negativer Netto-Cashflow in Höhe von
EUR -8,8 Millionen, verglichen mit EUR 0,4 Millionen im zweiten Quartal 2019 und EUR 80,8 Millionen im ersten Quartal 2019.

Nettofinanzvermögen trotz Dividendenzahlung und hohen Investitionen bei EUR 579 Millionen

Trotz der Dividendenzahlung von EUR 150,0 Millionen an die Aktionäre der Siltronic AG, Auszahlungen für Investitionen von EUR 260,7 Millionen und der Rückführung von Kundenanzahlungen in Höhe von EUR 48,5 Millionen ist das Nettofinanzvermögen aufgrund des deutlich positiven Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit um nur EUR 112,5 Millionen gesunken.

Das Gesamtjahr 2019 liegt im Rahmen der Erwartungen

Siltronic bestätigt die im Juni angepasste Prognose für das Geschäftsjahr 2019. Das Unternehmen erwartet, dass der Waferabsatz im vierten Quartal 2019 entsprechend der üblichen Saisonalität deutlich unter dem dritten Quartal liegen wird. Daher werden Umsatz und EBITDA-Marge voraussichtlich eher in der unteren Hälfte der Prognosebandbreite und damit im Rahmen der Markterwartungen liegen.

„Wir arbeiten stark an unserer Kostenbasis und unserer Produktivität. Personalkosten machen einen großen Teil unserer Kostenstruktur aus. Um den niedrigen Auslastungen Rechnung zu tragen, haben wir bereits im ersten Halbjahr 2019 eine beträchtliche Zahl an Zeitarbeiternehmern in Deutschland freigesetzt und verringern derzeit die Anzahl der Mitarbeiter in Portland. Ungeachtet des aktuell herausfordernden Marktumfeldes sind wir davon überzeugt, dass die Wachstumstreiber für die Wafer-Industrie intakt sind. Die langfristigen Wachstumsperspektiven für Siltronic sind gut“, so Dr. Christoph von Plotho weiter.

Telefonkonferenz für Analysten und Investoren:

Der Vorstand der Siltronic AG wird am 24. Oktober 2019 um 10.00 Uhr (MESZ) eine Telefonkonferenz mit Analysten und Investoren (nur in englischer Sprache) durchführen. Diese wird über das Internet übertragen. Der Audio-Webcast wird live und als on-demand Version auf der Webseite von Siltronic verfügbar sein.

Die aktuelle Investorenpräsentation (nur in englischer Sprache) und die Quartalsmitteilung sind ebenfalls auf der Siltronic-Webseite veröffentlicht.

Kontakt:

Petra Müller

Leiterin Investor Relations & Communications

Telefon +49 89 8564 3133

investor.relations@siltronic.com

Unternehmensprofil:

Siltronic ist einer der weltweit führenden Hersteller für Wafer aus Reinstsilizium und Partner vieler führender Halbleiterhersteller. Das Unternehmen unterhält Produktionsstätten in Asien, Europa und den USA. Siltronic entwickelt und fertigt Wafer mit einem Durchmesser von bis zu 300 mm. Siliziumwafer sind die Grundlage der modernen Mikro- und Nanoelektronik und bilden die Basis für Halbleiterchips, z. B. in Computern, Smartphones, Navigationssystemen sowie in vielen anderen Anwendungen. Die Siltronic AG beschäftigt rund 4.000 Mitarbeiter und ist seit 2015 im Prime Standard der Deutschen Börse gelistet. Die Aktien der Siltronic AG sind in den beiden Börsenindices MDAX und TecDAX vertreten.

 


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