Siltronic baut im 2. Quartal 2015 Umsatz und operatives Ergebnis deutlich aus

  • Umsatz des 2. Quartals liegt dank höherer Absatzmengen und günstiger Währungseffekte mit 247 Mio. Euro um gut 17 Prozent über Vorjahr

  • EBITDA wächst im Berichtsquartal um 11 Prozent auf gut 31 Mio. Euro, EBITDA-Marge beträgt knapp 13 Prozent – bereinigt um Wechselkursverluste, insbesondere aus Devisensicherungsgeschäften, liegt die EBITDA-Marge bei knapp 20 Prozent

  • Eigenkapitalquote steigt auf rund 47 Prozent

  • Positiver Free-Cashflow von 47 Mio. Euro im 1. Halbjahr

Die Siltronic AG hat im 2. Quartal 2015 dank höherer Absatzmengen und günstiger Währungseffekte aus dem starken US-Dollar ihren Umsatz und das operative Ergebnis (EBITDA) deutlich ausgebaut. Das Münchner Halbleiterunternehmen erwirtschaftete von April bis Juni Umsatzerlöse von 246,7 Mio. Euro (Vj. 210,4 Mio. Euro). Das sind gut 17 Prozent mehr als vor einem Jahr. In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres summierte sich der Umsatz auf 485,4 Mio. Euro (Vj. 406,7 Mio. Euro). Das ist ein Plus von gut 19 Prozent.

Der kräftige Umsatzanstieg spiegelt sich positiv im Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wider. Das EBITDA wuchs im Berichtsquartal um rund 11 Prozent auf 31,4 Mio. Euro (Vj. 28,3 Mio. Euro. Das entspricht einer EBITDA-Marge von 12,7 Prozent (Vj. 13,5 Prozent). Wechselkurseffekte, insbesondere aus Maßnahmen zur Währungssicherung, haben das EBITDA des 2. Quartals 2015 um 17,6 Mio. € gemindert. Bereinigt um diesen Betrag beträgt die EBITDA-Marge des Berichtsquartals rund 20 Prozent. Im gesamten 1. Halbjahr belief sich das EBITDA auf 71,5 Mio. Euro (Vj. 59,7 Mio. Euro). Das sind knapp 20 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die EBITDA-Marge des Berichtshalbjahres liegt bei 14,7 Prozent (Vj. 14,7 Prozent).

Für den Anstieg des EBITDA sind im Wesentlichen drei Gründe verantwortlich. Erstens beeinflussen die Anstrengungen, die Siltronic unternommen hat, um die Kosten zu reduzieren und die Produktivität zu erhöhen, die Ergebnisentwicklung nachhaltig positiv. Zweitens waren durch die höhere Auslastung der Produktionsanlagen die Fixkosten besser abgedeckt als im Vorjahr. Drittens gab es positive Wechselkurseffekte, die dazu geführt haben, dass die Herstellungskosten im Verhältnis zum Umsatz deutlich unterproportional zugenommen haben, weil die Herstellungskosten überwiegend in Euro anfallen.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) beträgt im Berichtsquartal 0,2 Mio. Euro (Vj. -9,5 Mio. Euro). Das sind fast 10 Mio. Euro mehr als vor einem Jahr. Die EBIT-Marge liegt bei 0,1 Prozent (Vj. -4,5 Prozent). Im gesamten 1. Halbjahr summierte sich das EBIT auf 8,5 Mio. Euro (Vj. -10,5 Mio. Euro) und die EBIT-Marge erreichte 1,8 Prozent (Vj. -2,6 Prozent). Das Periodenergebnis des Berichtsquartals beläuft sich auf -7,0 Mio. Euro (Vj. -14,1 Mio. Euro) und das Ergebnis je Aktie beträgt -0,17 Euro (Vj. -0,35 Euro). Für das Berichtshalbjahr ergibt sich ein Periodenergebnis von -5,1 Mio. Euro (Vj. -17,1 Mio. Euro) und das Ergebnis je Aktie summiert sich auf -0,07 Euro (Vj. -0,37 Euro).

„Unsere Entwicklung im 1. Halbjahr belegt, dass Siltronic richtig und tragfähig aufgestellt ist“, sagte Vorstandsvorsitzender Christoph von Plotho am Freitag in München. „Wir konnten erneut deutliche Zuwachsraten bei Absatzmengen und Umsatz sowie signifikante Verbesserungen bei den finanziellen Steuerungsgrößen verzeichnen. Das gilt vor allem für das EBITDA, also das operative Ergebnis und die Verzinsung des eingesetzten Kapitals (ROCE). Der Free-Cashflow lag ebenfalls auf einem hohen Niveau.“

Cashflow, Investitionen, Nettofinanzvermögen, Eigenkapitalquote und ROCE

Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit belief sich im 1. Halbjahr 2015 auf 62,6 Mio. Euro (Vj. 89,8 Mio. Euro). Er ist damit gegenüber dem 1. Halbjahr 2014 um gut 30 Prozent zurückgegangen. Der wesentliche Grund dafür liegt in der Entwicklung der erhaltenen Anzahlungen. Während Siltronic in den ersten sechs Monaten des Vorjahres Anzahlungen in Höhe von 53,2 Mio. Euro erhalten hat, wurden im 1. Halbjahr 2015 keine Mittelzuflüsse aus Anzahlungen verbucht.

Gleichzeitig blieben die Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielles Anlagevermögen auf niedrigem Niveau. Sie summierten sich von Januar bis Juni 2015 auf 15,8 Mio. Euro (Vj. 14,8 Mio. Euro). Neben den Investitionen zur Weiterentwicklung von Produkten und Prozessen flossen die Mittel in gezielte Maßnahmen zur weiteren Automatisierung der Fertigung und den selektiven Austausch von Kristallziehkapazitäten. Insgesamt ergibt sich für das 1. Halbjahr 2015 ein Free-Cashflow (Mittelzufluss aus dem operativen Geschäft nach Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte) von 46,8 Mio. Euro (Vorjahr 75,0 Mio. Euro). Das ist zwar ein Rückgang um rund 38 Prozent, bereinigt um erhaltene Anzahlungen hat sich der Free-Cashflow aber gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt.

Auf Grund des Börsengangs und des im 1. Halbjahr 2015 erzielten positiven Free-Cashflows verfügte Siltronic zum 30. Juni 2015 über ein Nettofinanzvermögen von 166,1 Mio. Euro (31.12.2014: -24,5 Mio. Euro).

Die Eigenkapitalquote ist im Berichtsquartal deutlich gestiegen. Das Eigenkapital von Siltronic belief sich zum Halbjahresstichtag auf 500,9 Mio. Euro (31.12.2014: 311,8 Mio. Euro). Hier zeigt sich vor allem der Zufluss aus dem Börsengang, der das Eigenkapital abzüglich von Transaktionskosten um 143,3 Mio. Euro erhöht hat. Außerdem haben sich höhere Diskontierungszinssätze bei den Pensionsrückstellungen positiv auf das Eigenkapital ausgewirkt, das durch diesen Effekt um 47,8 Mio. Euro zunahm. Die Eigenkapitalquote lag zum 30. Juni 2015 bei 46,7 Prozent (31.12.2014: 29,1 Prozent).

Die Verzinsung des eingesetzten Kapitals (ROCE) betrug im 1. Halb¬jahr 2015 2,2 Prozent (Vj. -2,6 Prozent).

Mitarbeiter

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter hat sich gegenüber dem 31. Dezember 2014 weiter reduziert. Der Abbau erfolgte vor allem durch Altersteilzeitregelungen, freiwillige Abfindungen, natürliche Fluktuation und Transfers zur Wacker Chemie AG. Zum Stichtag 30. Juni 2015 waren im Konzern weltweit 4.043 Beschäftigte tätig (31.12.2014: 4.163). Davon entfallen 2.617 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Standorte in Deutschland und 1.426 auf internationale Standorte.

Ausblick

Für das Gesamtjahr 2015 erwartet Siltronic, dass die Absatzmengen das Vorjahresniveau deutlich übertreffen werden. Die Durchschnittserlöse in Euro pro Wafer werden im Gesamtjahr 2015 voraussichtlich höher sein als im Vorjahr. Bereits im 1. Halbjahr lagen die Durchschnittserlöse trotz deutlich niedrigerer Preise währungsbedingt deutlich über Vorjahr. Für das 2. Halbjahr erwartet Siltronic im Wesentlichen stabile Preise auf dem Niveau des 1. Halbjahrs und bei einem Kurs des US-Dollar zum Euro von etwa 1,10 auch im 2. Halbjahr höhere Durchschnittserlöse in Euro pro Wafer als im Vorjahr.

Der Umsatz von Siltronic wird im Gesamtjahr 2015 voraussichtlich stark wachsen. Im 1. Halbjahr lag der Umsatz mit einem Plus von 19 Prozent signifikant höher als im Vorjahr. Für das 2. Halbjahr wird der Umsatz ebenfalls über dem Vorjahresniveau erwartet. Der Zuwachs dürfte aber deutlich geringer ausfallen als im 1. Halbjahr.

Wechselkurseffekte, die im sonstigen betrieblichen Aufwand und Ertrag enthalten sind, belasten im 2. Halbjahr 2015 die EBITDA-Marge. Die EBITDA-Marge betrug im 1. Halbjahr 15 Prozent. Darin enthalten sind per saldo Wechselkursverluste von -20 Mio. Euro, die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen ausgewiesen sind. Sie stammen überwiegend aus Fremdwährungsderivaten, die im Jahr 2014 zur Währungssicherung eingegangen wurden. Für das 2. Halbjahr 2015 erwartet Siltronic ein ähnliches Bild. Die Ergebnisbelastung aus Wechselkursverlusten, die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen enthalten sind, wird per saldo mit -30 Mio. Euro voraussichtlich etwas steigen. Für das Gesamtjahr erwartet Siltronic eine positive Verzinsung des eingesetzten Kapitals (ROCE).

Die Investitionen steigen nun planmäßig an. Im 1. Halbjahr wurden für Zugänge zum Sachanlagevermögen und zum immateriellen Anlagevermögen 13 Mio. Euro investiert. Für das 2. Halbjahr erwartet Siltronic Investitionen in der Größenordnung von 50 bis 65 Mio. Euro.

Der Free-Cashflow bleibt aller Voraussicht nach auch im Gesamtjahr 2015 positiv. Im 1. Halbjahr hat Siltronic einen Free-Cashflow in Höhe von 47 Mio. Euro erzielt. Auf Grund der deutlich höheren Anlagenzugänge im 2. Halbjahr wird der Free-Cashflow im 2. Halbjahr nur ausgeglichen oder leicht positiv sein.

Hinweis für die Redaktionen: Der Bericht zum 2. Quartal 2015 steht auf den Internet-Seiten von Siltronic (www.siltronic.com) unter Investor Relations zum Download zur Verfügung.


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