Siltronic: 2004 durch Ausbau der 300 mm Kapazitäten geprägt

Das Jahr 2004 war bei der Siltronic-Gruppe durch den Ausbau der 300 mm-Kapazitäten geprägt. Die 2003 eingeleiteten Restrukturierungs-Maßnahmen zeigten in allen Bereichen erste positive Kosteneffekte. Für das neue Werk in Freiberg, das im Juni 2004 als eine der modernsten 300 mm-Anlagen der Welt eröffnet wurde, fielen aber planmäßig noch Anlaufkosten an. Die Umsatzentwicklung war bestimmt durch die Schließung der 200 mm-Fertigung in Wasserburg und die damit einhergehende Verlagerung der Produktion nach Singapur und Portland. Dies konnte nur zu einem geringen Teil durch das neue 300 mm-Werk in Freiberg kompensiert werden, das sich in der Anlaufphase befindet. Auch die stark gebremste Halbleiterkonjunktur im zweiten Halbjahr und der daraus resultierende Preisdruck sowie der starke Euro / US-Dollar-Wechselkurs hinterließen ihre Spuren. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr auf -101 Millionen EUR (Vorjahr -137 Millionen EUR*). Hierin enthalten sind auch weitere Restrukturierungskosten im Rahmen des neu aufgesetzten Projektes „Operational Excellence“. Vorstandsvorsitzender Dr. Wilhelm Sittenthaler: „Unsere Restrukturierungsmaßnahmen zahlen sich aus. Wir haben unser operatives Ergebnis im Geschäftsjahr 2004 deutlich verbessert. Aufgrund der erheblichen Markteintrübung im zweiten Halbjahr sind wir jedoch hinter unseren ursprünglichen Erwartungen zurückgeblieben. Langfristig müssen wir uns so aufstellen, dass wir durch alle Marktzyklen hindurch profitabel arbeiten können.“

Der Absatz lag - gemessen in Fläche - gut 8 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Das Wachstum war geprägt von der Schließung der 200 mm-Fertigung in Wasserburg zum Ende des 2. Quartals und der Verlagerung der 200 mm-Kapazitäten nach Singapur und Portland. Die ersten Waferauslieferungen des neuen Werks in Freiberg trugen positiv zum Absatz bei. Die 300 mm-Wafer aus der im Juni 2004 eröffneten Anlage wurden von den Kunden sehr gut angenommen.

Der Umsatz lag mit 814 Millionen EUR leicht unter dem Niveau von 2003 (822 Millionen EUR*). Hier hinterließen auch der starke Euro sowie das eingetrübte Marktumfeld im zweiten Halbjahr und der daraus resultierende Preisdruck Spuren. Wechselkursbereinigt hätte der Umsatz des Geschäftsjahres 860 Millionen EUR betragen.

Die konsequente strategische Ausrichtung auf die Wachstumsregion Asien (einschließlich Japan) prägte die regionale Umsatzverteilung. Die Region trug im Berichtsjahr mit 38 Prozent zum Gesamtumsatz bei (Vorjahr: 34 Prozent).

Bei den Herstellungskosten machten sich die 2003 eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen positiv bemerkbar. Belastend wirkten im Jahr 2004 noch die Anlaufkosten der 300 mm-Fabrik in Freiberg. Insgesamt konnten die Herstellungskosten pro cm2 gegenüber dem Vorjahr reduziert werden.

Der Schwerpunkt der Investitionen lag 2004 im 300 mm-Bereich. Am 22. Juni eröffnete Siltronic in Freiberg eine der modernsten 300 mm-Fertigungen der Welt, in die insgesamt rund 430 Millionen EUR investiert wurden. Um einen beschleunigten Kapazitätsaufbau im 300 mm-Segment zu ermöglichen, wurden Teile der für 2005 geplanten Investitionen auf 2004 vorgezogen.

Die bereits eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen - insbesondere die Verschlankung der Stabs- und Verwaltungsfunktionen und der Ausbau von Marketing und Vertrieb - werden in 2005 weitergeführt. Darüber hinaus werden zusätzliche Projekte zur Steigerung der Rentabilität und Wettbewerbsfähigkeit verfolgt. Unter dem Namen „Operational Excellence“ wurden Programme u. a. in den Bereichen Einkauf, Produktion, Qualitäts- und Supply-Chain-Management ins Leben gerufen, um die Effizienz weiter zu steigern und noch vorhandenes Kostensenkungspotential auszuschöpfen. Diese Programme sollen bereits im Geschäftsjahr 2005 einen zusätzlichen Ergebnisbeitrag liefern.

„Die Markterwartungen in der Halbleiterindustrie haben sich deutlich eingetrübt. Darauf reagieren wir mit einer noch stärkeren Fokussierung auf die Wachstumsbereiche 300 mm und Asien sowie die anhaltende Optimierung unserer Kostenbasis. 2005 wollen wir sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis weitere Verbesserungen erzielen,“ so Dr. Wilhelm Sittenthaler.

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